Die WTG II reiste am 28. März nach Dotternhausen und traf dort auf den Tabellenführer der Verbandsliga. Was die Mannschaft von Trainer Andreas Zeile lieferte, war ein Wettkampf mit zwei Gesichtern – eine erste Halbzeit, die Mut machte, und eine zweite, die die Frage offenließ, ob die Heckengäuer genug Konstanz für die Spitze mitbringen. Derzeit belegen sie den fünften Rang.
Die erste Hälfte gehörte klar den Turnern der WTG. Das 10:2 am Boden, bei dem unter anderem Julius Hottmann (2 Scorepunkte) und Luis Weiß (4 Scorepunkte) mit hochwertigen Übungen glänzten, war ein gelungener Start. Pauschenpferd wurde zum Schauplatz einer Demonstration: Dank zwei Zwölferwertungen von Nick Ackermann und Yannick Kellenberger sowie stabiler Vorstellungen der Teamkameraden stand am Ende ein beeindruckendes 15:0 für Heckengäu. Die Ringe blieben ebenfalls eine Stärke: Max Eisele sicherte mit 12,75 Punkten drei weitere Scorepunkte. Ackermann setzte mit einer extrem schwierigen, kraftvollen Kür ein Ausrufezeichen und erzielte 15,20 Punkte. Ein Wert, der ihn in der Rangliste des Schwäbischen Turnerbundes auf Rang zwei katapultierte.


Doch nach der Pause zeigte sich die Verletzlichkeit des Teams. Am Sprung hatten die Gastgeber die höheren Schwierigkeiten parat und entschieden das Gerät mit 8:1 für sich. Einzig Luis Weiß konnte hier einen Scorepunkt retten. Am Barren kämpfte Dotternhausen verbissen um jedes Zehntel. Zwei Duelle endeten Unentschieden, doch Peter Knemeyer brachte mit drei Zählern die Entscheidung zugunsten der WTG. Am Reck jedoch fehlte die letzte Durchschlagskraft: Ein Standbonus von 0,1 Punkten gab es zwar für Tim Berger, doch er reichte nicht, um zu punkten. Auch Ackermanns Höchstwertung von 12,2 Punkten war der seines Gegners nicht gewachsen. Die Heckengäuer gingen am Königsgerät mit 0:13 leer aus.



Das Endergebnis liest sich dennoch deutlich: 41 Scorepunkte für die WTG II, 28 für den SV Dotternhausen. Ein Auswärtssieg, der Mut macht – aber auch eine Mahnung ist. Die Mannschaft zeigte, dass sie Spitzenleistungen abrufen kann. Sie zeigte aber auch, wie schnell ein Wettkampf kippen kann, wenn Schwierigkeit und Konstanz in der zweiten Hälfte fehlen. Entsprechend fällt auch das Urteil von Kapitän Julius Hottmann aus: „An den ersten drei Geräten konnten wir unsere Stärken gezielt einsetzen. In der zweiten Hälfte konnten wir unser eigenes Tempo vom Anfang nicht mehr halten. Wichtig war, dass wir den Sieg bis zum Schluss nicht aus der Hand gegeben haben“.

WTG III verliert in der Bezirksliga
Die WTG Heckengäu III hat auch ihren zweiten Saisonwettkampf in der Bezirksliga verloren, beim Auswärtstermin in der Sporthalle Dotternhausen unterlag die ersatzgeschwächte Mannschaft am Samstag mit 249,25 zu 239,30 Punkten und bleibt damit vorerst Tabellenletzter. Schon vor dem Wettkampf war klar, dass wichtige Stammturner fehlten, deshalb rückte Oliver Rupf aus der Kreisliga nach und setzte gleich ein Ausrufezeichen. Er gewann mit der Mannschaft den Boden mit 47,70 zu 45,20 Punkten und erzielte mit 13,15 Zählern die Tageshöchstwertung. Rupf avancierte nicht nur zum besten Sechskämpfer der Gäste, er war mit 62,8 Punkten der stärkste Mehrkämpfer des gesamten Wettkampfs und damit der auffälligste Lichtblick der Heckengäuer an diesem Mittag.



An den übrigen Geräten entschieden Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage. Am Pauschenpferd blieben Zehnerwertungen aus, Mattis Krause zeigte mit einem Abzug von 2,3 Punkten eine der stabileren Übungen, doch am Ende fehlten 0,4 Punkte zum Gerätesieg. An den Ringen war es ebenfalls eng, Jannis Zengerling erzielte mit 10,85 Punkten die beste Wertung der WTG, doch 0,85 Zähler trennten die Teams zugunsten der Gastgeber. Beim Sprung entschieden nur 0,2 Punkte. Joshua Berg und erneut Rupf zeigten gute Überschläge. Am Barren offenbarte sich die personelle Lücke am deutlichsten, Tim Abek startete mit 11,65 Punkten als Tageshöchstwertung an diesem Gerät, doch seine Kameraden konnten nicht nachziehen, sodass Dotternhausen hier fast sechs Punkte Vorsprung herausarbeitete und weitere drei Zähler Differenz am Königsgerät die Aufholjagd der WTG endgültig zunichtemachten. Trotz Kampfgeist und einzelner Lichtblicke bleibt die Bilanz gemischt. Kapitän Matti Sabir brachte es auf den Punkt: „Wir haben heute auf wichtige Turner verzichten müssen, haben aber trotzdem versucht den Ehrgeiz zu behalten und unser Bestes zu gegeben“.






Ausblick auf den Heim-Wettkampf
Am Samstag, 11. April 2026 findet um 16:00 Uhr in der Renninger Stadionsporthalle der letzte Heim-Wettkampf der Saison statt: In der Bezirksliga trifft die WTG III auf den TV Beffendorf, der in der Tabelle einen Platz vor den Heckengäuern rangiert. In der Verbandsliga empfängt die WTG II das drittplatzierte TurnTeam Staufen.
