Bundesliga-Test in Italien

Bereits zum vierten Mal führte der Weg die Wettkampf- und Trainingsgemeinschaft WTG Heckengäu in der letzten Oktoberwoche, ins italienische Padua. Dort wurde das alljährliche Trainingslager absolviert, in dem dieses Mal nicht nur das Training im Vordergrund stand, sondern auch ein Test-Wettkampf gegen Spitzenturner der italienischen A-Serie, die mit der deutschen Bundeliga vergleichbar ist.

Das Liga-Team zusammen mit Diego Lazzarich (vorne rechts) im Palaindoor Padua.

Nach der hervorragenden Platzierung der Oberliga-Mannschaft der WTG im April diesen Jahres, haben sich die Verantwortlichen um den sportlichen Leiter Wayne Jaeschky dazu entschlossen, den Sprung in die dritte Bundesliga zu wagen. Um dieses hohe Ziel zu erreichen, hatten die Turner der ersten Mannschaft schon in den vergangenen Wochen hart an ihren Übungen gearbeitet. Nun sollten sich eben jene unter Realbedingungen in der optimal ausgestatteten Halle von Padua einem starken Gegner stellen, um daraus weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Insgesamt zeigte die WTG einen soliden Wettkampf. Trotz hochwertiger Übungen reichte es am Paradegerät Boden jedoch nicht gegen die Italiener, was auch auf drei Stürze zurückzuführen war. Am Sprung konnte dann aber ein temporärer Sieg errungen werden auf den ein Gleichstand am Barren folgte. Am Ende des Tages unterlag die Gemeinschaftsriege mit 275 Punkten den italienischen Gastgebern, die durch ihre hervorragenden Übungen und hohe Schwierigkeiten 281 Punkte einholten. Laut Trainer Andreas Zeile habe der Testwettkampf gezeigt, woran noch gearbeitet werden müsse, damit der Aufstieg in die dritte Bundesliga dann im Dezember bestritten werden könne.

Serie-A-Turner aus Padova traten in einem Test-Wettkampf gegen die WTG I an.

Derweil nutzten die Turner der zweiten und dritten Mannschaft die Zeit und trainierten fleißig an neuen Teilen. Eine besonders große Unterstützung war hierfür der italienische Olympiatrainer Diego Lazzarich, der kürzlich in Stuttgart bei der Turn-Weltmeisterschaft als Kampfrichter im Einsatz war. Unter seiner Anleitung erlernten die jungen Nachwuchsturner spezielle Methoden und Techniken. So wurden zum Beispiel am Sprung der Kasamatsu, ein Seitwärts-Überschlag mit Vierteldrehung gefolgt von einem gehockten Salto vorwärts mit halber Drehung, und am Barren Saltoabgänge in die Schnitzelgrube geübt.

Jonas Brilling übt mit Diego Lazzarich am Sprung.

Nach anstrengenden sechs Stunden Training pro Tag, erschienen dann die Thermalwässer von Abano Therme im Hotel Excelsior wie ein wohltuender Segen. Das gemeinsame Entspannen und Zeitverbringen schweißte sowohl Trainer als auch Turner zusammen. Neben den eigentlichen turnerischen Zielen war somit auch das Teambuilding für das Trainingslager essentiell, das offensichtlich durch Spaß und Leidenschaft am Turnen voll überzeugte

Ein Ausflug zu einem Kloster in Abano Terme sorgte für Abwechselung.